• Manche Leute regen einfach auf

    Immer, wenn ich glaube, ich könnte nicht entnervter sein von unserer Familienministerin, belehrt sie mich eines besseren.

    Nicht nur, dass sie es schafft, komplett außerhalb ihres Ressorts und frei von jeglicher Sachkompetenz Internetsperren durchzusetzen. Und zwar mit dem Totschlagargument schlechthin seit Godwin's Law. Über den Sinn und Unsinn dieses Gesetzes ist an anderer Stelle schon viel geschrieben worden, deshalb werde ich nicht nochmal drauf eingehen.

    Heute kam ein neues Glanzstück, zur "Dienstwagenaffäre". Frau Ministerin äußerte sich abfällig über Ulla Schmidt, weil sie 'das Gespür verloren habe für das, was in Ordnung ist'. Sie selbst sei ja noch nie mit dem Dienstwagen in den Urlaub gefahren usw.

    Eine Überlegung am Rande, ich weiß ja nicht, was Ulla Schmid alles auf die Reise mitgenommen hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass eine Gesundheitsministerin in Zeiten, wo auch in Deutschland jederzeit mit Schweinegrippentoten gerechnet werden muss, in diesem Fall auch im Urlaub gerne sofort voll Einsatzfähig sein will, bzw. zurück nach Deutschland will. Und dass dabei ein Dienstwagen vor Ort voll Büromaterial hilfreich sein kann. Wer weiß.

    Frau v.d.Leyen hingegen nutzt ihren Dienstwagen immer nur auf die verantwortungsvollste Weise, wie man der Presse entnehmen kann. Hier oder hier.

    Interessant: sie lässt sich häufig von Berlin nach Hannover fahren. Anstatt wie früher, wo sie sehr demonstrativ Bahn gefahren ist. Das kann ja noch angehen, leider lässt sich die werte Dame nur von zwei der im Ministerium angestellten Chauffeure fahren. Diese wohnen jedoch in Bonn, beim zweiten Sitz des Ministeriums. Mit allen in Berlin angestellten Fahren kann die Ministerin aufgrund eines fehlenden "Vertrauensverhältnisses und aus anderen individuellen persönlichen Gründen" nicht fahren. Wie oft nun ein Chauffeur die rund 330 Kilometer aus Bonn nach Berlin fahren muss, um dann wieder nach Hannover zu fahren, ist nicht so einfach klärbar. Die Dame will nämlich aus "Datenschutzgründen" darauf verzichten, ihre Fahrtenbücher zu veröffentlichen. Laut Schätzungen passiert das aber wohl im Schnitt einmal die Woche.

    Ich frage mich, ob nicht noch jemand 'das Gespür verloren hat für das, was in Ordnung ist'...

  • Rhabarberkuchen

    Die letzten Jahre habe ich gemerkt, dass Rhabarberkuchen doch gar nicht so schlecht ist, wie ich als Kind immer dachte. Also dachte ich, ich muss mal ausprobieren, wie man sowas denn macht. Glücklicherweise gibt es in der Familie einen großen Garten, in dem u.a. auch Rhabarber in größeren Mengen wächst, ohne dass jemand direkt Interesse dran hat. Also konnte ich mich dessen annehmen.

    Jetzt bleibt natürlch die Frage, was denn das beste Rezept ist. Eine Suche im Internet brachte mich auf ein ganz brauchbares Rezept, wobei ich jedoch gemerkt habe, dass ich Rührteig eigentlich nicht so passend finde. Also habe ich das Rezept ausprobiert, das mein Vater schon benutzt hat. Da jedoch war ich mit dem Baiser nicht so ganz zufrieden. Also hab ich die beiden Rezepte kombiniert, um ein meiner Ansicht nach ganz passables Rezept zu erhalten.

    Mürbteig:
    250 g Mehl,
    125 g Butter
    65 g Zucker
    1 Ei (+2 Eigelb)
    1 Prise Salz

    Belag:
    750 g Rhabarber
    200 g Zucker
    1 TL Zitronensaft
    2 Eiweiß
    1 Prise Salz

    Man schüttet das Mehl auf das Backbrett, macht in der Mitte eine Vertiefung, gibt in diese erst den Zucker, dann das Ei, das Eigelb, Salz und außen herum die in Stücke geschnittene Butter. Nun hackt man mit einem breiten Messer die Zutaten zu einer bröseligen Masse. Wenn sie anfängt zu klumpen, knetet man sie mit der Hand rasch zusammen, bis sie gleichmäßig glatt ist, und lässt dann den Teig ca. 30-60 Minuten ruhen.

    Man belegt eine gefettete Backform (28 cm) am Boden und am Rand mit Mürbteig. Der gewaschene Rhabarber wird in Würfel geschnitten und auf den Mürbteig gegeben. Das ganze bäckt man dann bei 200°C 25 – 30 Minuten.

    In der Zwischenzeit kann man sich um den Baiser kümmern. Dazu das Eiweiss mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen, Zitronensaft und Zucker hineinrieseln lassen und weiterschlagen, bis der Zucker sich gelöst hat.
    Dann wird die Baisermasse auf dem Kuchen verteilt. Anscheinend ist es von Vorteil, wenn man dabei die Oberfläche ein wenig uneben macht, damit sie möglichst groß wird. Dadurch wird das ganze knuspriger.

    Dann kommt das ganze wieder in den Ofen. Um meine Vorlage für den Belag zu zitieren: "Wie lange der Baiser wie bei welcher Temperatur trocknen soll, scheint kochwissenschaftlich ja äußerst umstritten". Entsprechend gibt es auch ungefähr so viele Verfahren, wie es Rezepte gibt, wenn nicht noch mehr. Ich hab ganz gute Erfahrungen gemacht mit ca. 140°C Oberhitze, sowas um eine halbe bis dreiviertel Stunde rum.

    Das deprimierende dabei ist, dass der Baiser beim Backen extrem aufgeht, danach aber leider auch wieder sehr schnell zusammenfällt. Aber wenn man ihn gleich isst, sollte das verkraftbar sein, dann ist der Baiser noch knusprig genug.

  • Spontane Reise

    Letzten Mittwoch Abend kam eine Mail, dass am Freitag ein Meeting der VBF Higgs Working Group am CERN sei, das sich mit dem von mir momentan bearbeiteten Thema befasst. Und da es ja sinnvoll ist, wenn meine Kollegen mitkriegen, was ich da so die letzten Wochen und Monate herausgekriegt hab (aus meinen Terabyte an Daten) durfte ich dann nach Absprache mit meinem Chef am Donnerstag Freitags spontan nach Genf fahren. Das bedeutete Donnerstag einen Talk zusammenbasteln (konnte glücklicherweise recyceln) und die Reise planen. Letzters ging recht einfach, da ich Morgens hin und Abends zurückgefahren bin. So hab ich denn also den Tag hauptsächlich im Zug verbracht (Karlsruhe HBf - Genf Gare Cornavin 5h, dann noch ca. 30 Minuten zum CERN und natürlich die Zeit zum Bahnhof in KA). Aber es scheint, als ob es sich gelohnt hat.

    Das Wochenende haben wir dann mit einem Kontrastprogramm verbracht. Was auch schön war.

  • Basteln - oder Oldschool Frickeln

    Dual P50
    Hab am Wochenende mal wieder ein wenig Hardwarefrickeln gemacht. Dem Marc seine Neuerwerbung, ein alter Dual P50 Plattenspieler, der nicht mehr so recht tat.

    Da hab ich mich dazu überreden lassen, da mal reinzuschauen. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich da groß was machen kann. Aber man kanns ja mal probieren.

    Nachdem wir schon ausprobiert hatten, dass der Motor zwar geht, aber kein Ton kommt beim Abspielen, hab ich das ganze Ding dann außeinandergenommen (erstaunlich übersichtlich, so ein altes Gerät) - netterweise ist innenliegend auch ein Schaltplan für den Verstärker, wenn man es ganz genau wissen will...

    Schließlich hab ich dann herausgefunden, dass es nur an der Nadel lag, die nicht richtig befestigt war.. hätte ich mir die Schrauberei sparen können. Aber es ist immer wieder schön, wenn man etwas repariert und es dann auch tatsächlich tut..

    Dual P50

    Dual P50

    Schönes Gerät.

  • Neue Blogs

    Es gibt von neuen Blogs zu berichten, die sich ins Blogofraktal (nein, ich mag den Ausdruck "Blogosphäre" nicht sonderlich...) geschlichen haben:

    Guter Hoffnung

    K&K-News

    Ansonsten ist es schön ein freies Wochenende zu haben. Noch dazu eins, an dem ich mich mal wieder aufraffen konnte, ein wenig zu laufen (und sogar das Wetter mitgespielt hat).

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